Informationen zur Osteopathie

Kurze Begriffserklärung

Das Wort stammt aus dem griechischen, wobei „osteo“ für "Knochen“ steht und "pathos“ für "Leiden", "Schmerz. Osteopathie heisst also sinngemäss: Leiden der Knochen. Geprägt wurde dieser Begriff Ende des 19.Jh. durch den amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still, dem Begründer der Osteopathie. Er sah Fehlstellungen der Knochen als wesentlich für seine Therapie. Heute wissen wir, dass fast alle Gewebearten wie Muskeln, Faszien (bindegewebige Hüllen der Muskeln), Bänder, Kapseln, Gefässe, Nerven, Innere Organe und natürlich auch Knochen in Fehlstellungen und Fehlfunktionen geraten können. Der Begriff "Osteopathie“ ist dennoch geblieben.

Funktionsweise des Körpers

Der Körper muss auf Umwelteinflüsse reagieren, Nahrung aufnehmen und verwerten können. Er ist in einem ständigen Gleichgewicht zwischen aufbauenden und abbauenden Prozessen. Jede Sekunde laufen in jeder Zelle tausende chemischer Reaktionen ab, werden mehrere Millionen Körperzellen erneuert (So wird beispielsweise die Schleimhaut des Magen – Darm – Trakts ungefähr alle fünf Tage ausgetauscht). Um seine Gesundheit aufrecht zu erhalten, existieren im Körper komplizierte Regelkreisläufe, in denen ununterbrochen Korrekturmassnahmen durchgeführt werden müssen. Ist der Körper im Gleichgewicht, kann er Störungen aus eigener Kraft beseitigen. Ist diese Kompensationsfähigkeit jedoch gestört (beispielsweise wegen Gewebeverspannungen, Flüssigkeitsstauungen, mangelnder Gewebeernährung, Druck auf Nerven, Blockierungen von Gelenken oder Minderbeweglichkeit der Organe), wirken die Selbstregulationsmechanismen nicht mehr optimal und es kommt zu Funktionsstörungen. Da bestimmte Strukturen anatomisch eng miteinender in Verbindung stehen – über Faszien, Bänder, Sehnen, Gefäss-Nerven-Bündel – können sich diese Störungen im Körper wie auf Strassen ausbreiten. Dadurch ist es möglich, dass Sie Symptome wie Schmerzen nicht an Ihrem Ursprungsort spüren, sondern in einer ganz anderen Körperregion. Es ist immer der ganze Organismus beteiligt, der als Ganzes Gegenmassnahmen ergreift.

Osteopathische Behandlung

Um Funktionsstörungen zu finden, befragt Sie der Osteopath über Ihre Krankheitsgeschichte. Er untersucht den Körper mittels klinischer und osteopathischer Tests auf erhöhte Gewebespannungen, verminderter Beweglichkeit des muskuloskelettalen Systems, verminderter Elastizität und Gleitfähigkeit der Organe. Behandelt wird mit verschiedenen manuellen Techniken (manus lat. Hand): Es werden Zug-, Druck-, Anspannungs-Entspannungs- oder Verschiebetechniken eingesetzt, um die natürliche Mobilität der Strukturen wieder herzustellen und eine Verbesserung der physiologischen Funktionen zu erzielen. Die Osteopathie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Medizin, Biologie und Chemie. Es kommen aber auch Methoden zum Einsatz, die sich zwar von der Erfahrung her als wirkungsvoll erwiesen haben, derzeit aber nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden können. Falls sich aus der Untersuchung zeigt, dass eine osteopathische Behandlung für das vorliegende Problem nicht geeignet ist, wird der Osteopath Sie an einen Arzt verweisen.

Anwendungsbereiche

Rückenbeschwerden wie: Rücken- und Kreuzschmerzen; Ischialgien; Hexenscchuss; Beschwerden nach Unfällen wie z.B. Schleudertrauma

Gelenkbeschwerden wie: Sehnenentzündungen; Schmerzzustände oder Bewegungseinschränkungen durch Fehlbelastungen oder nach Unfällen

Verdauungssystem: Völlegefühl; einige Arten von Verstopfungen und Durchfall; Reflux; Reizdarm

Herz/Kreislauf: abgeklärte Atemnot oder Engegefühl im Brust-/Schädelbereich; Kopfschmerzen; Migräne; abgeklärter Schwindel; teilweise bei Tinnitus; chronischen Stirn- oder Kieferhöhlenentzündungen; Zähneknirschen; Kiefergelenks- und Schluckbeschwerden

Gynäkologisch: Menstruationsbeschwerden; Beschwerden vor und nach Schwangerschaft

Bei Kindern: Koliken; Regurgutation; Schiefhals.

Ostheopathische Behandlungen für Kleinkinder werden von unserer Kollegin Denise Inniger angeboten (Website: www.osteopathie-inniger.ch, Mobiltelefon: +41 79 233 83 72).

Die Osteopathie behandelt funktionelle Störungen. Ist die Gewebestruktur zerstört, wie zum Beispiel bei Knochenbrüchen, rheumatischen Erkrankungen oder degenerativen Gelenksbeschwerden, kann eine Schmerzlinderung erreicht werden, nicht aber eine Heilung.

Grenzen der Osteopathie

Bei akuten Entzündungen, schweren chronischen Erkrankungen oder Tumoren ist Osteopathie nicht, oder höchstens nach ärztlicher Absprache geeignet.

Wichtig

Die osteopathische Behandlung versteht sich immer als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung und nicht als deren Ersatz.